Ob Bäckerei, Kindergarten, Einzelhandel, Verwaltung oder Handwerksbetrieb – Menschen mit Behinderung bringen vielfältige Fähigkeiten und Talente mit und können in den unterschiedlichsten Berufsfeldern wertvolle Aufgaben übernehmen. Dennoch haben viele von ihnen nur selten die Möglichkeit, den Arbeitsalltag außerhalb einer Werkstatt kennenzulernen. Doch genau diese Möglichkeit schafft der „Schichtwechsel“ – eine Aktion der Bundesarbeitsgemeinschaft Werkstätten für behinderte Menschen (BAG WfbM).
Am 24. September 2026 tauschen Menschen mit und ohne Behinderung für einen Tag ihren Arbeitsplatz. Die Aktion, die bereits zum 8. Mal stattfindet, ermöglicht Begegnungen auf Augenhöhe und eröffnet beiden Seiten neue Perspektiven. Die Werkstätten Karthaus suchen nun für Schichtwechsel Unternehmen und Einrichtungen aus Dülmen und der Region, die sich beteiligen möchten.
„Der Schichtwechsel ist für unsere Beschäftigten eine wertvolle Gelegenheit, Einblicke in den allgemeinen Arbeitsmarkt zu erhalten, neue Tätigkeiten kennenzulernen und Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten zu gewinnen“, sagt Carolin Schulz von der Übergangsförderung der Werkstätten Karthaus. „Gleichzeitig erleben Unternehmen, mit wie viel Motivation, Engagement und Können Menschen mit Behinderung ihre Aufgaben übernehmen. Dieser Perspektivwechsel baut Berührungsängste ab und schafft Offenheit.“
Auch die Mitarbeitenden der teilnehmenden Unternehmen können die vielfältigen Arbeitsbereiche der Werkstätten Karthaus kennenlernen. Dabei entstehen nicht nur persönliche Begegnungen, sondern oft neue Sichtweisen auf das Thema Arbeit und Inklusion. Ein weiterer Vorteil für Unternehmen: Das Team der Übergangsförderung, Carolin Schulz, Christin Temmink und Maximilian Reiss, begleitet den gesamten Schichtwechsel. Sie unterstützen täglich Beschäftigte, die bereits auf sogenannten Außenarbeitsplätzen arbeiten. Das Team steht in engem Austausch mit den Betrieben sowie den begleitenden Ansprechpersonen. „Wir gestalten den Schichtwechsel so flexibel wie möglich. Ob Dauer, Zeitpunkt oder individuelle Rahmenbedingungen – gemeinsam mit den Unternehmen finden wir Lösungen, die für alle Beteiligten gut passen“, betont das dreiköpfige Team aus Erfahrung.
Der Schichtwechsel kann zudem ein erster Schritt für weiterführende Kooperationen sein. Viele Unternehmen entdecken dabei Potenziale, die ihnen zuvor verborgen geblieben sind. So entwickeln sich nicht selten Praktikumsplätze, ausgelagerte Arbeitsplätze oder sogar langfristige Beschäftigungsmöglichkeiten. Gleichzeitig setzen die Betriebe ein sichtbares Zeichen für gesellschaftliche Verantwortung und Teilhabe.




