„Die größte Kraft im Leben ist die Dankbarkeit“, sagt Pastor Josef Wichmann. Denn er blickt mit großer Dankbarkeit auf sein Leben, seine Tätigkeit und seine Erfahrung als Priester zurück. Pfingsten feierte er sein goldenes Priesterjubiläum. Während des bunt gestalteten Gottesdienstes in der hauseigenen Kapelle bekam der Pastor eine in allen Farben leuchtende Stola geschenkt. Das Präsent des Anna-Katharinenstift wurde in einer Nordkirchener Werkstatt handgeknüpft. „Die Stola wirkt so lebendig wie unser Haus eben ist“, fügte Ferdi Schilles, Leiter der Seelsorge, hinzu.
Seit seiner Pensionierung vor zehn Jahren unterstützt Pastor Wichmann das hiesige Seelsorgeteam. Zur Feier wurden im Haus Jakob Papierherzen gestaltet, die jeder Gast für den Pastor in die Höhe hielt. „Wenn ich die Herzen sehe, möchte ich Sie alle umarmen, da Sie alle in meinem Herzen sind“, entgegnete Pastor Josef Wichmann.
Musikalisch begleitete die Messe der ehemalige Mitarbeiterchor. Josef Kuhlmann gratulierte herzlich im Namen der gesamten Leitung: „Sie sind sowohl bei den Bewohnern als auch bei den Mitarbeitern sehr beliebt und pflegen einen sehr vertrauensvollen, lebendigen und wertschätzenden Umgang.“ Der Kapellenumbau hinsichtlich Modernisierung und Barrierefreiheit sowie die Verwirklichung der Anna-Katharina-Emmerick-Statue zum Jubiläum waren große Projekte, die Pastor Wichmann tatkräftig voranbrachte.
Seinen Werdegang begann der 85-Jährige als Landwirt auf dem Hof seines Onkels in Coesfeld. Dort konnte er sich nach fast zehnjähriger Tätigkeit keine Zukunft vorstellen und setzte sich erneut auf die Schulbank, um sein Abitur nachzuholen und schließlich Theologie und Philosophie zu studieren. Sein Priesteramt führte ihn in verschiedene Gemeinden und an herausfordernde Aufgaben: Unter anderem begleitete er den Neubau der St. Paulus-Kirche in Voerde und die Gemeindefusion in Ochtrup, wo er über 20 Jahre lang tätig war.
Mit seiner Pensionierung 2015 wechselte er zur Karthaus. „Ich habe schnell erkannt, wie wichtig leichte Sprache ist, dass die Menschen auch verstehen, was ich sage“, so der Pastor, der in der Messvorbereitung auf einen Ratgeber für Leichte Sprache zurückgreift. Wichtig sei es ihm gerade hier, „auf die Menschen zu-zugehen, interessiert sein, gucken, was brauchen sie und dem liebevoll zu begegnen; einfach da sein, hören, sehen“.