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Abschied von Frau Windheuser: Stück Karthaus zum Mitnehmen

Dülmen. Zum Abschied durfte Annelie Windheuser spielen. Und zwar Dalli Dalli. Erst sollte die scheidende Leiterin des Anna-Katharinenstiftes Karthaus aufzählen, was ihr zum Begriff „Dunkel- heit“ einfällt. Dann zu „Rostock“. „Da würde ich gerne mal hinfahren“, sagte sie spontan. Das schien das vierköpfige Leitungsteam der Einrichtung gewusst zu haben - und schenkte seiner Chefin die Reise „Rostock zum Kennenlernen“ samt Dinner im Dunkeln.
„Zücken Sie Ihr Taschentuch“, hatte zuvor Gaby Hagmanns, Bundesgeschäftsführerin des Sozialdienstes katholischer Frauen (SkF), dem Träger der Einrichtung, den geladenen Gästen im Freizeitbereich geraten. „Es wird rührselig.“ Tatsächlich kämpfte Doris Stoffel mit den Tränen, als sie sich zunächst als Vorsitzende des Fördervereins, später als Mutter einer Bewohnerin bei Windheuser für ihr Engagement bedankte. „Die Zeit, die sie den Bewohnern gegeben haben, ist in Stunden und Tagen nicht zu messen.“
Zuvor hatte Gabriele Hund-Martin, stellvertretende SkF-Bundesvorsitzende, Windheusers achtjährige Arbeit auf der Karthaus gewürdigt. Die Leiterin habe immer viel Wert darauf gelegt, die Bewohner so anzunehmen, wie sie seien, so Hund-Martin. „Immer wieder haben Sie sich den neuen Heraus- forderungen der Behindertenarbeit gestellt“, lobte sie. Die Zusammenarbeit mit dem SkF sei immer vertrauensvoll gewesen. Bürgermeisterin Lisa Stremlau stellt heraus, dass das Stift ein „hervorragendes Beispiel für Inklusion“ sei. Sie habe Windheuser als engagierte Frau, die offen für Innovationen sei, kennen gelernt. Das Ziel, so Stremlau, sei immer gewesen, den Bewohnern ein größtmögliches Maß an Eigenständigkeit zu geben. „Sie haben deutlich gemacht, dass der Mensch im Mittelpunkt steht“, ergänzte die CDU-Kreistagsabgeordnete Anni Willms.
Im Namen der Mitarbeiter bedankte sich Paul Lütkenhaus unter anderem für „weitsichtiges Handeln, so dass wir bislang noch keine Angst um Arbeitsplätze haben mussten“. Das vierköpfige Leitungsteam erinnerte mit Stichworten an Windheusers Verdienste. Dazu gehöre auch, die Rechte der Bewohner zu stärken. Die scheidende Leiterin selbst griff diese Thema in ihren Abschiedsworten auf. Die UN-Behindertenrechtskonvention sei eine Grundlage für die fachliche Arbeit. Vieles könne nicht mit Geld umgesetzt werden, sondern durch eine veränderte Einstellung. „Das, was vorher hier war, hat sich in den vergangenen acht Jahren sehr gut weiter entwickelt“, blickt sie auf acht spannende, aufregende, manchmal auch anstrengende Jahre auf der Karthaus zurück.

Im Anschluss an den offiziellen Festakt fand ein Gottesdienst mit den Bewohnern und Mitarbeitern statt. Die konnten sich im Laufe des Tages persönlich von Windheuser verabschieden. Das wohl originellste Geschenk gab es von der Gemeinde St. Jakobus, den Schützen Mitwick-Weddern, den Karthäusern und der Frauen- gemeinschaft. Sie überreichten Annelie Windheuser ein Stück Karthaus zum Mitnehmen - nämlich eine hübsch verpackt Orgelpfeife aus der Pfarrkirche.

(Artikel und Fotos von Kristina Kerstan - DZ Online 22.10.2011)

Abschied Frau Windheuser

Das Leitungsteam des AKSt.

Abschied Frau Windheuser

Frau Windheuser vor der neu gestalteten Chronik.

Abschied Frau Windheuser

beim Gottesdienst

Abschied Frau Windheuser

Vertreter der Pfarrgemeinde Karthaus sowie benachbarter Vereine überreichten eine Orgelpfeife.

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